Jason Joseph geht in Birmingham mit einer Saisonbestzeit von 13,24 Sekunden und als Nummer 2 der Meldeliste in den Wettkampf. Der 27-jährige Basler Hürdensprinter sagt selbst, die Saison sei bislang etwas rocky gewesen – trotzdem bleibt die Medaille ein realistisches Ziel.
Das ist eine bemerkenswerte Ausgangslage, wenn man die letzten Monate betrachtet. Im Juni zog sich Joseph einen Muskelfaserriss im hinteren Oberschenkel zu und sagte die Wettkämpfe in Ostrava und Paris ab. Vor einem Jahr war die Bilanz noch eine andere: Damals gewann er vor der WM am Diamond-League-Meeting in Rom und wurde in Paris Dritter. In Tokio kam dann der Rückschlag, als er im Final vor der ersten Hürde stoppte.
Warum Birmingham für Jason Joseph wichtig ist
Josephs derzeitige Position in der Meldeliste zeigt, dass er trotz Unterbrechung weiterhin nah an der Spitze ist. Mit 13,24 Sekunden liegt er nur knapp hinter seinem Niveau aus besseren Phasen, auch wenn sein Schweizer Rekord bei 13,07 Sekunden steht. Für einen Hürdensprinter zählen in dieser Phase nicht nur Zahlen, sondern vor allem Timing, Rhythmus und Vertrauen in den eigenen Lauf.
Genau dort setzt Joseph selbst an. Er sprach davon, dass ihn die Frage nach seiner Verfassung schon lange begleite, weil er gefühlt in jedem Interview darauf angesprochen werde. Zugleich machte er klar, dass die Saison bislang nicht einfach gewesen sei und Verletzungen den Rhythmus gestört hätten. Es sei zwar nicht schlimm gewesen, aber ein mühsamer Zeitpunkt.
Die Saison war nicht gerade einfach
Joseph beschreibt seinen Weg sehr offen: Auf dem Trainingsniveau, auf dem er sich bewege, sei man immer auf einer Gratwanderung zwischen dem Herausholen des Maximums und dem Überschreiten der Belastungsgrenze. Tagesform spiele dabei eine grosse Rolle, und kleine technische Elemente könnten schnell den Unterschied machen.
Das ist auch der Punkt, an dem sich seine aktuelle Form einordnen lässt. Joseph sagt, er wisse, dass die Geschwindigkeit da sei, dürfe sich aber nicht auf die Saisonbestzeit fixieren. Entscheidend sei vielmehr, das abzurufen, was er kann. Wenn alles stimme, könne auch die Topzeit kommen.
Die Medaille bleibt das klare Ziel
Für Birmingham ist das die eigentliche Botschaft: Jason Joseph reist nicht als Mann an, der nur irgendwie wieder dabei sein will. Er kommt mit einer konkreten Platzierung in der Meldeliste, einer wettbewerbsfähigen Zeit und der Überzeugung, dass trotz der Unterbrechung noch mehr möglich ist.
Die Frage ist deshalb weniger, ob er nach der Verletzung wieder konkurrenzfähig ist. Die wichtigere Frage ist, ob er im richtigen Moment das komplette Paket auf die Bahn bringt. Gelingt ihm das, ist die Medaille in Birmingham kein Wunschdenken, sondern ein realistischer nächster Schritt.







