Die SV Elversberg startet ihre Mission Bundesliga nicht nur als sportliche Überraschung, sondern auch mit einem deutlich größeren wirtschaftlichen Spielraum. Allein durch Fernsehgelder nimmt der Klub über 22 Millionen Euro mehr ein als in der Vorsaison.
Der Aufstieg verändert damit sofort die finanzielle Ausgangslage des Vereins. Für einen Klub aus dem Saarland ist das ein erheblicher Sprung, der die erste Bundesliga-Saison weit über das rein Sportliche hinaus prägt. Gleichzeitig zeigt der Fall, wie stark der Aufstieg eines Teams auch das Umfeld rund um das Stadion in Bewegung bringt.
Mehr Betrieb rund um die Kaiserlinde
Am Testspieltag gegen den Erstligisten FC Lorient verkaufte Tamara Kaltgetränke vor der Tankstelle oberhalb der Kaiserlinde. Sie rechnet damit, dass die Bundesliga noch mehr Menschen nach Elversberg zieht. Tamara sagte, sie denke, dass viel mehr Leute jetzt Fußball gucken gehen, weil Elversberg in der ersten Liga spielt, und dass das auch für ihr Geschäft gut sei. Gleichzeitig machte sie klar, dass der Andrang schon beim Testspiel groß war: Damit haben wir nicht gerechnet, sagte sie mit Blick auf den Betrieb vor Ort.
Auch in der Gastronomie wird der Effekt bereits spürbar. Christopher erwartet an einem 13. September großen Andrang in seiner Kneipe, wenn Bayern München nach Elversberg kommt. Er sagte, allein die Ansetzung mit Bayern München habe schon viele Menschen am Telefon beschäftigt. Ein Fan brachte die Stimmung auf den Punkt: Er wolle kommen, wenn Bayern kommt, und das erleben.
Region profitiert, Gemeinde noch nicht direkt
Für die Gemeinde Spiesen-Elversberg ist die Lage dagegen komplizierter. Bernd Huf, parteiloser Bürgermeister der Gemeinde Spiesen-Elversberg, sagte, die Gemeinde sehe durch die Bundesliga noch keinen direkten Mehrwert für ihre kommunale Kasse. Seine Begründung: Die Infrastruktur sei begrenzt, die Gemeinde habe keine große Gastronomie und nur ein kleines Hotel.
Gleichzeitig ordnete Huf die Entwicklung als wichtigen Faktor für die Region und das Saarland ein. Er verwies auf eine McKinsey-Studie, nach der ein Euro, der im Stadion konsumiert wird, vier Euro im Umland an Wirtschaftskraft bringt. Genau diese Wirkungskette beschreibt den aktuellen Elversberg-Effekt: Der Verein verdient an der Bundesliga, einzelne Betriebe profitieren schon jetzt von mehr Zulauf, und für die Region kann daraus noch mehr entstehen.
Wie groß der wirtschaftliche Schub am Ende tatsächlich wird, bleibt offen. Klar ist aber schon jetzt: Der Aufstieg in die Bundesliga bringt Elversberg nicht nur sportlich in eine neue Liga, sondern auch finanziell auf ein deutlich anderes Niveau.







