Das image der deutschen Mannschaft zerbrach am 29. Juni 2026 in Boston, als sie bei der WM 2026 im Elfmeterschießen gegen Paraguay ausschied. Für Julian Nagelsmann endete das Turnier nach vier Spielen; Kai Havertz, Nick Woltemade und Jonathan Tah verloren im entscheidenden Moment die Nerven.
Vor dem letzten Schuss war das Bild auf dem Feld ungewöhnlich ruhig. Nico Schlotterbeck humpelte von Spieler zu Spieler und wünschte ihnen viel Glück, während Oliver Baumann die Mannschaft noch einmal zu motivieren versuchte.
Boston und das Elfmeterschießen
Das Aus kam nicht aus heiterem Himmel, sondern nach einem Turnierverlauf mit Brüchen. Die deutsche Mannschaft gewann zum Auftakt 7:1 gegen Curaçao, setzte sich danach Last Minute gegen die Elfenbeinküste durch und verlor zum Abschluss der Gruppenphase 1:2 gegen Ecuador. Dass aus drei Spielen ein solches Schwanken wurde, erklärt, warum der Druck im Elfmeterschießen so groß war: Wer in der Gruppenphase schon zwischen Überlegenheit, späten Rettungen und einer Niederlage pendelt, bringt wenig Stabilität in die letzte Entscheidung.
Im Kader fehlten zudem zwei Spieler, die den Ablauf des Turniers mit geprägt hätten. Lennart Karl musste vor dem ersten Spiel nach einer Verletzung abreisen, Schlotterbeck fiel nach anderthalb Spielen verletzungsbedingt aus. Solche Ausfälle ändern nicht nur die Startelf, sondern auch die Reihenfolge der Aufgaben im Spiel selbst: Wer dann schießt, wer absichert und wer im Moment der Entscheidung vorangeht.
DFB und Nagelsmanns Zukunft
Gary Lineker nannte die deutsche Mannschaft bei dieser WM das „schlechteste DFB-Team seit langer Zeit“. Vor dem Aus hatte es außerdem Debatten um Manuel Neuer und Deniz Undav sowie um fehlende schnelle Flügelspieler gegeben; Said El Mala wurde nicht nachnominiert. Genau diese offenen Punkte bleiben nach dem Ausscheiden bestehen, weil das Turnier mit vier Spielen schon wieder vorbei ist und keine weitere Korrektur mehr im Wettbewerb möglich ist.
Damit rückt vor allem Julian Nagelsmanns Zukunft beim DFB in den Mittelpunkt. Der Artikel stellt sie infrage, ohne einen konkreten nächsten Schritt zu nennen. Für die Mannschaft bedeutet das: Das WM-Turnier ist beendet, das frühe Scheitern steht fest, und die Bewertung des Kaders beginnt jetzt dort, wo das Elfmeterschießen gegen Paraguay aufgehört hat.






