Hunderttausende feiern am Pride-Wochenende in Berlin, während queer spaces wie Hoven und AHA unter Druck stehen. Danjel Zarte, der Hoven in Berlin-Neukölln betreibt, sagt, er habe seit der Eröffnung vor drei Jahren 85 Strafanzeigen gestellt.
Er sagt, er bezahle vorübergehend Security und mehr Personal, „dass keiner alleine ist“, und nannte als Fälle Körperverletzung, Beschmieren mit Kot und Sachbeschädigung. Trotz Verbesserungen bei Hoven bleiben Umsatzausfälle und Zusatzkosten bestehen.
Hoven in Berlin-Neukölln
„Ich bezahle temporär Security, mehr Personal, dass keiner alleine ist und das sind einfach auch Kosten, die zu einem heterosexuellen Unternehmen nicht so dazugehören“, sagte Zarte. Seine Beschreibung zeigt den laufenden Aufwand hinter einem Betrieb, der nicht nur auf Kundschaft angewiesen ist, sondern auch auf Schutz und zusätzliches Personal.
Die Zahlen aus 2025 ordnen die Lage ein. Das Bundeskriminalamt meldete einen Anstieg queer-feindlicher Straftaten um 12,8 Prozent, die Berliner Polizei zählte 587 queer-feindliche Fälle in Berlin. Das waren mehr als dreimal so viele wie vor zehn Jahren.
Christian Haid zur Berliner Senat
Der Berliner Senat hat in diesem Jahr eine Landesstrategie für queere Sicherheit und gegen Queerfeindlichkeit beschlossen. Christian Haid, der an der TU Berlin zu queerem Urbanismus forscht, sagte: „Die Landesstrategie fokussiert sich hauptsächlich auf Gewaltprävention, Betroffenenunterstützung, Schutzkonzepte und unterschiedliche Kooperationen.“
Er ergänzte zugleich, dass die Strategie nicht das Ziel habe, „queere Orte vor Verdrängung zu schützen.“ Genau dort liegt die Lücke für Orte wie Hoven und AHA: Schutz vor Angriffen ersetzt keine Hilfe gegen steigende Mieten, höhere Preise und weitere Betriebskosten.
Noskova faces Pegula in Berlin final, Pegula’s Berlin win over Sabalenka and Alex Eala reaches Berlin semifinal show how much attention Berlin draws this week, but queer venues are dealing with a different kind of pressure off the court and off the stage.
AHA sucht neue Räume
Die AHA in Schöneberg gibt es seit 1974, und sie veranstaltet Lesungen, Spieleabende, queere Karaoke-Abende und weitere Formate. Volker Göbeler sagte: „Wir hatten mal ein Angebot in Neukölln. Da hat sich der Verein oder die Mitgliederversammlung dagegen entschieden. Man befürchtete, dort als queeres Projekt nicht so willkommen zu sein.“
Er sagte auch, ein möglicher Vermieter habe kurzfristig abgesagt, weil die AHA eine erotische Party veranstaltet habe. Die Suche nach neuen Räumen läuft weiter, nachdem die AHA nach einer deutlichen Mieterhöhung umziehen muss.
Linksfraktion und Sicherungsfonds
Die Linksfraktion in der Berliner Abgeordnetenhaus hatte im Dezember des Vorjahres einen Antrag zum Schutz queerer Räume eingebracht. Ein Punkt darin ist ein Sicherungsfonds für Notsituationen, der Einrichtungen wie Hoven, die immer wieder mit Vandalismus zu tun haben, schnell und unbürokratisch helfen soll.
SchwuZ, einer der ältesten queeren Clubs mit Diskobetrieb, schloss im vergangenen Jahr und sucht seitdem neue Räume. Für Berlin bleibt damit die praktische Frage, ob Schutz vor Feindseligkeit auch Schutz vor dem Verlust von Orten mitträgt — oder ob die Betriebe die zusätzlichen Kosten weiter selbst tragen müssen.







