Maxi Bucks Doku Fat Years Of Fatmull zeigt 70 Drehtage
Maxi Bucks doku Fat Years Of Fatmull begleitet vier Mitglieder der nordhessischen Metal-Band Fatmull über zweieinhalb Jahre, bis die Formation zerbricht. Der Film zeigt damit nicht nur eine Band im Auseinanderdriften, sondern einen langen Produktionsprozess, der private Nähe überhaupt erst sichtbar macht.
70 Drehtage mit Fatmull
Buck begleitete die Gruppe an circa 70 Drehtagen, und das Material reicht bis in intime Alltagsszenen zwischen Schlafzimmer und Dusche. Für den zweiten Langfilm des Regisseurs ist das mehr als bloße Beobachtung: Die Nähe bleibt so eng, dass der Film das Zerbrechen nicht als einzelne Eskalation, sondern als langsames Kippen erzählt.
„Ja, ich war sozusagen immer dabei.“ Mit diesem Satz beschreibt Buck die Arbeitsweise hinter dem Projekt, und er ergänzt: „Ich konnte mich selbst zwischen Schlafzimmer und Dusche frei bewegen.“ Die Methode erklärt, warum Fat Years Of Fatmull nicht wie ein distanziertes Musikporträt wirkt, sondern wie ein Protokoll aus dem Inneren einer Gruppe, die noch versucht, zusammenzubleiben.
Freundschaft statt Bandmythos
Buck formuliert den Kern des Films noch schärfer: „Für mich ist der Film auch eine Dokumentation des Scheiterns. Nicht des Scheiterns einer Band, sondern des Scheiterns einer Freundschaft.“ Das ist der entscheidende Bruch mit der üblichen Rock-Dokumentation, die gern auf Erfolg, Finale oder Auflösung als Spektakel setzt. Hier liegt der Fokus auf dem sozialen Preis, den eine Band über zwei und ein halbes Jahr zahlt.
„Die Hochs und vor allem die Tiefs machen die Geschichte lebendig und geben den Raum zur Identifizierung, der mir sehr wichtig ist.“ Buck erklärt damit auch, warum die Dramaturgie des Films über gewöhnliche Musikdokumentationen hinausgeht: Der Gewinn liegt nicht im Hit, sondern im genauen Blick auf Spannungen, die sich nicht mehr wegschneiden lassen. Wer nach einem glatt erzählten Aufstiegsnarrativ sucht, bekommt stattdessen ein langes Beobachtungsstück über Verlust.
Offene Karten bei Buck
„Transparent sein.“ „Von Anfang an mit offenen Karten spielen.“ „Und vor allem die Dinge aus dem Herzen heraus tun.“ Diese Sätze von Buck markieren die Arbeitsweise hinter dem Film und machen klar, dass die Nähe nicht zufällig entstand. Der Regisseur beschreibt den Kontakt zur Band als gewachsen, bevor die Dreharbeiten überhaupt begannen, und das erklärt die Vertrautheit der Bilder.
„Du hast alle deine Kinder gleich lieb.“ So wird Buck nach einer Interviewsession über einen Protagonisten zitiert, und genau in diesem Ton liegt die Haltung des Films: aufmerksam, aber nicht kühl. Fat Years Of Fatmull ist damit vor allem ein Dokument darüber, wie lange man hinschauen muss, damit aus einer Bandgeschichte eine Freundschaftsgeschichte wird — und warum gerade das Ende so viel über den Anfang verrät.